Was unterscheidet Yoga von Yogatherapie?
Der Unterschied liegt im Ziel und in der Anwendung:
Während Yoga allgemein der Gesunderhaltung und persönlichen Entwicklung dient, werden in der Yogatherapie die Methoden des Yoga gezielt eingesetzt, um Beschwerden zu lindern und Heilungsprozesse zu unterstützen.
Zum Einsatz kommen dabei Körperübungen, Atemtechniken und Entspannungsverfahren – immer verbunden mit Achtsamkeit und bewusster Selbstwahrnehmung.
Zahlreiche Studien belegen inzwischen die positiven Effekte von Yoga bei unterschiedlichen Krankheitsbildern. Entsprechend gewinnt Yogatherapie auch im medizinischen Kontext zunehmend an Bedeutung.
Im Zentrum steht dabei ein entscheidender Aspekt: die Förderung von Selbstwirksamkeit.
Durch individuell angepasste Übungspraxen entwickeln Patient:innen ein feineres Gespür für ihren Körper – und lernen, aktiv auf ihre Gesundheit einzuwirken.

Wie funktioniert Yogatherapie?
Yogatherapie ist grundsätzlich für jeden Menschen geeignet – unabhängig von Alter, körperlichen Voraussetzungen oder Yogaerfahrung.
Ausgangspunkt ist ein persönliches Gespräch, in dem wir Ihre Beschwerden, Lebensgewohnheiten und Möglichkeiten berücksichtigen. Daraus entsteht eine individuell abgestimmte Übungspraxis, die im Verlauf immer wieder angepasst wird.
Grundlagen meiner therapeutischen Arbeit sind:
- individuelles, schrittweises Üben
- schmerzfreies Üben – während und nach der Praxis
- regelmäßiges eigenständiges Üben als Schlüssel zur Wirkung
- Förderung von Selbstvertrauen und Eigenkompetenz
- Verfeinerung der Körper- und Selbstwahrnehmung
Im Mittelpunkt steht das atemzentrierte Üben:
Die Bewegung folgt Ihrem individuellen Atemrhythmus.
Atem und Bewegung werden bewusst miteinander verbunden – dadurch tritt mentale Aktivität in den Hintergrund und es entsteht eine Form von innerer Sammlung. Sie lernen, Veränderungen frühzeitig wahrzunehmen – etwa bei Stress, Anspannung oder Überforderung.
Das Üben bleibt dabei immer an Ihre aktuelle Kapazität angepasst. So entsteht eine Praxis, die fordert, aber nicht überfordert.
Schon kurze Einheiten von 10–15 Minuten (siehe dazu meine Yoga-Snacks) können wirksam sein – entscheidend ist die Regelmäßigkeit.
Wirkweise: Regulation statt Überforderung
Yogatherapie wirkt nicht über Leistung, sondern über Regulation.
Eine achtsame Praxis aktiviert den Körper, verbessert die Durchblutung und unterstützt den Stoffwechsel. Gleichzeitig wirkt sie auf das Nervensystem: Stressreaktionen werden reduziert, Ruhe und Konzentration nehmen zu.
Diese Wechselwirkung ist zentral:
Körperliche Aktivierung und Entspannung greifen ineinander – und stabilisieren sich gegenseitig.
Aus der Salutogenese-Forschung wissen wir, dass genau diese Form von selbstwirksamem, wahrnehmungsbasiertem Üben ein entscheidender Faktor für Gesundheit und Wohlbefinden ist.
Wann kann Yogatherapie helfen?
Yogatherapie kann sowohl als unterstützender Ansatz bei chronischen Erkrankungen als auch in Zeiten akuten Stresses eingesetzt werden. Sie wirkt regulierend, stabilisierend und fördernd auf den Heilungsprozess.
Schwerpunkte meiner Arbeit:
Bewegungsapparat
- Rückenschmerzen, Arthrose, Funktionsstörungen des Iliosakralgelenks (ISG)
- Osteoporose
Innere Medizin und Stoffwechsel
- Diabetes und Insulinresistenz
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Verdauungsstörungen
- Kopfschmerzen
Frauengesundheit
- Menstruationsbeschwerden
- PCOS
- Wechseljahre
Nervensystem und psychische Gesundheit
- Stress und Erschöpfung
- Burnout-Symptome
- Chronische Müdigkeit
Für einen speziellen Schwerpunkt auf Yogatherapie bei Stoffwechselerkrankungen wie Insulinresistenz, Prädiabetes und Diabetes siehe: www.anja-orttmann-heuser.de.
Bildquelle: Eigene Bilder

